Die ehrgeizlose Vergnügungsparkverweigerin oder 1000 Fragen an dich selbst – #1

Seit Anfang des Jahres kursieren viele Blog Posts zum Thema Selbstfindung, Selbstfürsorge und eben diesen 1000 Fragen und es werden immer mehr. Die Idee hatte Johanna von Pinkepank, mittlerweile gibt es über hundert Blogger, die bei der „1000 Fragen an dich selbst“-Challenge mitgemacht haben. Als klassischer Spätzünder und weil ich „einfach viel zu viel“ zu tun hatte, lege ich erst jetzt los, im Februar. Mein Motto: Dabeisein ist alles!

Meine Mutter hätte an dieser Stelle gesagt: „Und wenn alle anderen von der Klippe springen, springst du dann auch?“ Die „Klippe“ konnte beliebig ersetzt werden mit einer Vielzahl anderer idiotischer Vergleiche, die im krassen Gegensatz zu meiner Vernunft und vor allem, dem biologischen Konzept der Selbsterhaltung, stehen. Mal ehrlich, wer hat diesen Satz in seiner Jugend nicht gehört. Ich fand ihn schon damals bescheuert, denn es ist erwiesenermaßen nicht immer schlecht, das zu tun, was andere tun. Wenn zum Beispiel alle anderen aus dem brennenden Haus rennen, Mama, ja, dann renne ich auch! Leider hat sich dieser „Klippensatz“ so fest in mein Gehirn eingebrannt, dass ich befürchten muss, ihn eines Tages auch meinen Kindern entgegen zu schleudern. Einfach weil mir gerade nichts Besseres einfällt und ich vielleicht keine Lust habe zu diskutieren, oder so.

Doch zurück zu 1000 Fragen und der Mission Selbstfindung. Ich bin sehr gespannt auf die Challenge und ich habe auch ein bisschen Angst davor – werden die Fragen vielleicht zu persönlich, peinlich, reißen sie alte Wunden auf, oder stürzen sie mich gar in eine Sinnkrise?

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Alas, das Beantworten der 1000 Fragen wird sicherlich eine erkenntnisreiche Angelegenheit. Warum „wir“ jedoch unsere Antworten veröffentlichen und somit hunderten wildfremden Personen zu lesen geben, das kann ich für die Allgemeinheit nicht beantworten. Ich bin nicht so selbstverliebt zu glauben, dass ich mit meinen Antworten anderen irgendwie weiterhelfen könnte. Zum Nachdenken anregen? Vielleicht. Bin ich ehrlicher, weil ich meine Antworten öffentlich mache? Könnte sein. Vielleicht aber auch gerade deshalb nicht. Insofern wäre das Ganze ein Schuss in den Ofen. Fakt ist, die Antworten der anderen zu lesen ist für mich gute Unterhaltung. Ein bisschen Voyeurismus ist auch dabei und natürlich die gewinnbringende Erkenntnis, dass andere Menschen auch mal Probleme haben, obwohl es sich manchmal so anfühlt, als wäre man das einzige fehlerbehaftete Idiotenschaf auf der großen, weiten, grünen Wiese.

Ich hoffe, aus meinen Antworten etwas über mich zu lernen, um mich weiterentwickeln zu können und vielleicht sogar neue Ziele ins Auge zu fassen. Die Frage nach dem Sinn des Lebens habe ich für mich hier schon beantwortet. Eine neuere Erkenntnis aus meinem Mamadasein: Ich muss nicht immer tun, was ich liebe, um zu lieben, was ich tue. Doch genug geschwafelt: ran an den Speck!

  1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan? Keine Ahnung. Es gibt im Alltag mit kleinen Kindern viele erste Male, aber die vergisst man leider zu schnell. Mir fällt jetzt ein: Letzte Woche habe ich zum ersten Mal Topinambur gekocht und gegessen. Fazit: Fail. Ich mochte es nicht, die Kinder mochten es nicht, der Ehemann war die Schweiz. Wird’s bei uns nicht wieder geben.
  2. Mit wem verstehst du dich am besten? Die Person, mit der am meisten rede, Probleme wälze und die meiste Zeit verbringe, ist natürlich mein Mann. Wir verstehen uns am besten, weil wir uns unglaublich gut und mittlerweile auch schon recht lange kennen. Wir kennen unsere Stärken und Schwächen, das verbindet, und sind tatsächlich meist einer Meinung, wir gegen den Rest der Welt sozusagen.
  3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit? Meinen Perfektionismus bei Kleinigkeiten.
  4. Über welche Witze kannst Du richtig laut lachen? Ich bin ein großer Satire-Fan, ich liebe die Geschichten von Ephraim Kishon. Politische und gesellschaftliche Satire bringt mich wirklich zum Lachen, ich gucke liebend gerne amerkanische Late-Night-Shows, Jimmy Kimmel, Trevor Noah. Hier und jetzt ist auch der Moment gekommen, in dem ich einen Witz teilen werde, über den ich schon vor 20 Jahren Tränen gelacht habe: Kommt ein Mann zum Bäcker und sagt: „Ich möchte bitte einmal Rumkugeln.“ Sagt der Bäcker: „Von mir aus gern, aber bitte nicht in meinem Laden.“ Das ist der einzige Witz, den ich mir je in meinem Leben merken konnte, und ich schmunzele gerade schon wieder.
  5. Macht es dir was aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? Ja. Es kommt aber darauf an, warum ich weine. Weine ich aus Rührung oder Freude, dann ist mir das vor anderen nicht unangenehm. Weine ich, weil meine Gefühle verletzt wurden oder ich mich irgendwie schäme, dann tue ich das lieber heimlich. Grundsätzlich bin ich sehr viel näher am Wasser gebaut, seit ich Mutter bin. Das hat sich seit meiner ersten Schwangerschaft hartnäckig gehalten.
  6. Woraus besteht dein Frühstück? Im besten Falle erst einmal viel Wasser, dann viel Kaffee und Körnerbrot mit Humus.
  7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? Meinem Monsieur, heute morgen kurz bevor ich ihn in seine Kindergartengruppe entlassen habe.
  8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter? In wenigen, hoffe ich. Aber ich erkenne doch hin und wieder, dass man seine Herkunft nicht verleugnen kann. Meine Mutter war oft furchtbar ungeduldig mit anderen Menschen – diese blöde Eigenschaft habe ich auch bei mir gefunden. Ich arbeite daran.
  9. Was machst du morgens als erstes? Das kommt sehr darauf an, wie viel Zeit uns zwischen Aufstehen und Losgehen noch bleibt. Ist genug Zeit, dann setze ich entspannt Kaffee auf und bereite das Frühstück für die Kids vor. Wenn nicht, renne ich hektisch durch die ganze Wohnung, suche Sachen für die Kinder zusammen, ziehe sie an, mache Frühstück und werfe mir irgendwelche Klamotten über, alles gleichzeitig.
  10. Kannst du gut vorlesen? Frag‘ meine Kinder. Ich sage natürlich: Ja, denn es macht mir einen Riesenspaß! Auch mit verstellter Stimme. Komischerweise klinge ich immer wie Anna, wenn ich eigentlich Elsa sprechen möchte und anders herum.
  11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt? Das weiß ich wirklich nicht. Bestimmt lange, wie ich mich kenne. Ich bin eher ein Spätzünder.
  12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen? Ein Haus am Meer, am liebsten in Neuseeland.
  13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne? Ich wäre gerne furchtbar ehrgeizig.
  14. Was ist deine Lieblingsserie im Fernsehen? Ich schaue kein Fernsehen, ich schaue Netflix und Prime. Trotzdem haben wir Internetfernsehen, und wenn daraus statistisch meine Lieblingsserie ermittelt würde, dann wäre das wohl der Sandmann. Ansonsten liebe ich momentan die Serie This is Us. Da muss ich ständig heulen.
  15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? Das muss wohl 1996 gewesen sein, da bin ich mit meiner Oma nach Paris gefahren, ein Abstecher ins Disneyland war auch dabei.
  16. Wie alt möchtest du gerne werden? Sagen wir mal so: ich möchte unbedingt Oma werden! Und wenn ich auch noch Uroma werden könnte, ja dann habe ich alles gesehen.
  17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück? Ich habe mal ein Seminar an der Uni gehabt für das wir nach Nashville, Tennessee, gereist sind. Ich habe den Aufenthalt dann in einen Urlaub ausgedehnt, bin nach Chicago geflogen und von dort aus mit dem Mietwagen nach Boston gefahren, roadtrip-mäßig, wir haben überall gehalten wo wir Bock hatten, mit Abstecher zu den Niagarafällen und allen Orten, die auf der Karte interessant klangen. Es war großartig.
  18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an? Schrecklich. Dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein, egal wie man für etwas kämpft, darauf kann ich gerne verzichten.
  19. Hättest du gerne einen anderen Namen? Heute mag ich meinen Namen sehr, nur die Schreibweise ist mir noch immer zu gewöhnlich.
  20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt? Ich zweifele ständig an mir und meinen Entscheidungen. Ich bin Waage, das gehört sich so. Grübeln, Abwägen, andere Meinungen einholen, Entscheidung treffen, Entscheidung wieder über den Haufen werfen –  das ist mein täglich Brot. Lebensveränderende Entscheidungen habe ich deshalb eher spontan, aus dem Bauch heraus, getroffen. Und mich dann natürlich erstmal gefragt, ob ich eigentlich bescheuert bin und an meiner Entscheidung gezweifelt. Zum Beispiel: „Ich bewerbe mich aufgrund einer Facebook-Anzeige auf einen Job als Flugbegleiterin.“ Das ich den Job bekommen könnte und dann kurzfristig alle meine Zelte in Deutschland abbrechen, in die Vereinten Arabischen Emirate auswandern und in Dubai leben und arbeiten müsste, damit hatte ich mich nicht so recht beschäftigt. Am Abreisetag am Flughafen in Frankfurt wurde mir die Tragweite dieser Entscheidung erst wirklich bewusst, und auf einmal spürte ich Angst, Unsicherheit und was weiß ich alles. Aber genau diese, nicht kaputtgegrübelten, Entscheidungen habe ich letztendlich am wenigsten bereut. Zweifel kommen beim Nachdenken, so dass der Verstand die Entscheidung beeinflusst. Leider sind Zweifel für mich meist kein guter Ratgeber.

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Das waren die ersten zwanzig Fragen. Mein Fazit: Ich bin eine ungeduldige Kleinkramperfektionistin, die meist sehr zweifelhafte Bauchentscheidungen trifft und dringend mal wieder Achterbahn fahren müsste. Na, wenn’s weiter nichts ist! Stay tuned für die nächsten zwanzig – gerne auch via Newsletter (zwinkerzwinker). Be happy!

Eure Jasmin

 

 

 

 

One thought

  1. Liebe Jasmin, ich habe schon viele Beiträge dieser Challenge gelesen und lese sie trotzdem immer wieder gerne. Wie du selbst gesagt hast … es macht einfach Spaß sie durchzulesen. Manchmal kann man sich in der ein oder anderen Antwort wiederfinden und manchmal sieht man Dinge auch ganz anders. Ich freue mich auf alle Fälle schon auf deine nächsten Fragen! Liebe Grüße, Simone

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