Stillen Rocks! Warum ich zu faul bin, Fläschchen zu machen

Neben all den unzähligen Hebammen-Homepages, Stillratgebern, Alete-Broschüren, Ärzten, Omas und Schwiegermüttermeinungen habe auch ich eine Meinung zum Thema Stillen. Und zwar finde ich, dass jede Frau es damit halten soll, wie sie will. Sollte mich aber jemand fragen, so kann ich nur bestimmt und ohne Nachzudenken jeder Mama dazu raten, es zu tun. Oder zumindest, es zu versuchen.

Nach der Entbindung meiner Tochter war ich das Paradebeispiel für ein 1A Gefühlschaos: völlig fertig und überglücklich und ratlos und panisch zugleich. Ich habe die Schwester im Krankenhaus nur blöd angeguckt, nach dem Motto „Anlegen? Wo ist denn der Hund?“ und fand es durchaus befremdlich, mir von dieser Person an den Busen grapschen zu lassen. Zusätzlich musste ich mich allerlei Hilfsmittelchen wie Brusthütchen (klingt niedlicher als es ist) oder einer Milchpumpe (gestatten, Frau Kuh) bedienen, damit es mit dem Milchfluss klappte.

Aller Anfang ist eben schwer! Wenn aus einer Schwangeren innerhalb weniger Stunden eine Mutter wird, dann sind das eben tiefgreifende Veränderungen, die da passieren, und keine Frau wird alles von Anfang an perfekt machen. Aber lass mich Dich beruhigen: die Natur möchte, dass Du Dein Baby versorgst. Das kannst Du, darauf hat sich Dein Körper in den letzten Monaten eingerichtet. Lass ihn machen! Es ist gut, auf das Bauchgefühl zu hören. Lass Dir nicht reinreden! Wenn Du stillen möchtest, dann mach es! Stillen ist individuell. Manche Mütter stillen drei Monate, manche jahrelang. Bitte lass Dich durch Startschwierigkeiten nicht entmutigen! Lass Dir von Deinem Partner nicht reinreden! Männer haben, sorry, keinen blassen Schimmer davon, was es heißt, ein Kind auf die Welt zu bringen und Mutter zu sein. Das tut mir auch sehr leid für die Männerwelt, aber es ist vermutlich besser so.

Kannst oder willst Du Deine Milchbar nicht rund um die Uhr zur Verfügung stellen, dann finde doch Deine Balance aus Stillen und Zufüttern! Stillen ist nunmal die gesündeste Weise, Dein Baby zu ernähren. Blabla. Aber weißt Du was? Stillen ist auch die bequemste Weise, Dein Baby zu ernähren! Soll noch einmal jemand sagen, Stillen sei zu anstrengend. Alles Quatsch. Hier meine 5 ultimativen Gründe für das Stillen:

  • Stillen ist bequem
  • Stillen ist billig
  • Stillen schweißt zusammen
  • Stillen bringt Ruhe
  • Stillen ist gesund 

Warum Stillen bequemer ist als ein Fläschchen zuzubereiten? Hm. Schonmal um 4 Uhr morgens völlig übermüdet und mit schreiendem Baby im Arm in die Küche getapst, Fläschchen sterilisiert, Wasser gekocht und Milchpulver überall rumverkrümelt? Eben. Es geht so viel einfacher! Kind quengelt. Shirt hoch. Andocken lassen, fertig. Ruhe. Manchmal habe ich nicht einmal mehr die Augen aufgemacht.

Stillen ist darüber hinaus auch viel günstiger als Milchpulver und das ganze Gedöns. Die Brust ist da, Milchpulver muss gekauft werden. Tatsächlich kostet die Milchnahrung für das erste halbe Jahr ca. 35-50 Euro im Monat, hinzu kommen die Kosten für Fläschchen und Sauger, Sterilisiergerät, Bürsten etc., also noch einmal etwa 50 Euro obendrauf. Dafür könntest Du Dir aber auch was Schönes kaufen. Oder Deinem Baby.

Stillen schweißt zusammen. Nichts gegen stundenlange Bilderbuchsessions, Fingerspiele und Hoppe-hoppe-Reiter-Arien. Aber. Auch Stillen ist Qualitätszeit! Beim Stillen seid ihr, Du und Dein Baby, euch näher als jemals sonst im Alltag. Dein Kind wird diese Exklusivzeit mit Dir mehr genießen als jedes KuckuckwoistdasBaby. Gib ihm diese Zeit! Es wird Dich dafür lieben und überglücklich sein, weil es Dich riechen und anfassen kann. Du gibst ihm das ultimative Gefühl der Geborgenheit. Du sagst Deinem Kind: „Hey, ich bin für Dich da, ich kümmere mich um Dich, ich liebe Dich mit Haut und Haar.“ Ist das nicht toll?

Stillen bringt Ruhe in Deinen stressigen Alltag. Selbst eine oxytocinberauschte, frischgebackene Mama sieht nicht den ganzen Tag regenbogenpupsende Einhörner um sich herum tanzen. Manchmal möchte man einfach seine Koffer packen, Familie und Haushalt hinter sich lassen und für vier Wochen in ein Spa am Fusse des Ramalamadingdong einchecken. Allerdings bin ich weder reich noch wahnsinnig – praktisch ließe sich diese Idee jedoch nicht so einfach umsetzen. Doch kürzlich ist mir etwas aufgefallen: ist der schuldige Kindsvater anwesend, kann ich mir viel einfacher eine kleine Auszeit verschaffen. Mit den Worten „Das Kind ist müde und hat Durst!“ ziehe ich mich schnurstracks ins heimische Schlafzimmer zurück und lasse den kleinen Engel solange trinken, wie ich will. Kaum jemand wird sich trauen, diesen heiligen Moment der Zweisamkeit und des friedlichen Eindösens zu stören. Ein sattes Baby ist übrigens auch ein zufriedenes Baby und wird auch für die Dauer einer halben Glamour wach und friedlich herumliegen.

Last but not least: Stillen hält gesund, Dich und Dein Baby. Muttermilch ist in ihrer Zusammensetzung unübertroffen. Keinem Labor ist es bisher gelungen, Muttermilch in ihrer Komplexität nachzubauen – auch nicht denen der großen Säuglingsnahrungshersteller. Muttermilch ist optimal auf die besonderen Bedürfnisse Deines Babys abgestimmt und schützt Dein Kind vor Krankheiten, Allergien und sogar Fettleibigkeit. Aber auch Dir tut das Stillen gut! Stillen fördert die Rückbildung der Gebärmutter und die Ausschüttung von Glückshormonen im Gehirn. Stillen macht die Seele heil. Natürlich hast Du das alles schon tausendmal irgendwo gehört oder gelesen. Aber wusstest Du auch, dass stillen das Brustkrebsrisiko um 4,3% pro gestilltem Jahr senkt? In Deutschland erkrankt mittlerweile jede 10. Frau irgendwann in ihrem Leben an Brustkrebs – wenn Stillen eine vorbeugende Maßnahme ist, dann her mit dem Kind!

So, jetzt ist es raus. Ich stille, denn ich bin faul. Zu faul, Fläschchen anzurühren, einkaufen zu gehen, Urlaub zu machen und zum Arzt zu gehen. Stillen hat mich sehr glücklich gemacht. In diesem Sinne: Liebe Mamas, seid faul und hoch das Shirt!

Eure Jasmin

Dieser Artikel nimmt teil an der Blogparade „Stillen ist Liebe“ des wunderbaren Krümel Blog. Weitere Artikel zu diesem schönen und wichtigen Herzensthema gibt’s hier:
https://kruemel.blog/2018/01/12/blogparade-auf-dem-kruemel-blog-stillen-ist-liebe/

Vielen Dank an Kruemelina vom Krümel Blog ! Keep spreading the love!

Mit diesem Artikel nehme ich auch an der Blogparade (Ab-)gestillt teil. Wenn ihr mehr tolle Erfahrungsberichte zu diesem Thema lesen wollt, dann schaut doch einfach mal auf doppelkinder und/oder LÄCHELN UND WINKEN vorbei.

 

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